Methoden / Anwendungsbereich 2018-04-28T02:27:38+00:00

Feldenkrais & Somatic Experiencing

Sigrid Hofmann

Menschliches Lernen

Feldenkrais Methode

Menschliches Verhalten ist komplex und grösstenteils erlernt. Dies gilt für Wahrnehmung, Bewegung, emotionales Empfinden und für die Art und Weise zu denken. Prägend für die Entwicklung des Menschen ist seine Möglichkeit über Erfahrung zu lernen.

Das Kleinkind beginnt mit ersten unkoordinierten Bewegungen und macht dem Greifen, Kriechen , Sitzen, sich Aufrichten, Stehen, Laufen und Sprechen einen gewaltigen Lernprozess.

Innerhalb dieses organischen Lernens macht das Kind all seine Erfahrungen mit sich selbst und seiner Umwelt. Es entdeckt und erkundet spielerisch und und entwickelt dabei seine individuellen Möglichkeiten zu agieren und zu reagieren.

Die Feldenkrais Methode orientiert sich an diesem ursprünglichen und ganzheitlichen Entwicklungsprozess, der auf der natürlichen Lernfähigkeit des Menschen basiert.

Sie gibt uns die Chance, unsere Muster zu erkennen, uns selber bewusst zu werden und schafft so Grundlagen für Veränderungen.

Einzelbehandlung

Funktionale Integration (FI)

Die Einzelarbeit orientiert sich an Ihren Bedürfnissen und Beschwerden, sowie Ihrer jeweiligen Situation und Verfassung.

Durch klare, feine Berührungen und Bewegungen werden Informationen ans Nervensystem gesandt. Gewohnte und neue Möglichkeiten und Verhaltensmuster werden erfahren und regen so das Gehirn an, umzulernen. So können sich neue Bewegungsabläufe bilden, welche mit weniger Schmerz und Anstrengung verbunden sind.

Auch Leichtigkeit, Stabilität, freiere Atmung, grössere Beweglichkeit, bessere Koordination und das Gefühl für Erdung können sich einstellen.

Gruppenstunde

Bewusstheit durch Bewegung (ATM)

Sie bewegen sich in der Gruppe sanft, langsam und aufmerksam nach meiner verbalen Anleitung. Dabei erforschen Sie ihren Bewegungsspielraum im Sitzen, Stehen und Liegen.

Manche Bewegungen sind Ihnen bekannt, andere völlig ungewohnt. Und hier wird es spannend: Wie fühlt es sich an? Wie gehen Sie damit um? Können Sie sich vorstellen, eine neue Bewegung zu behalten und zu integrieren?

Jede Bewegungslektion ist anders. So vielfältig wie die Möglichkeiten, sich zu beugen, strecken, drehen und neigen. Schwerpunkte können überall gesetzt werden, z.B. bei der Atmung, beim Aufsetzen des Fusses, bei feinen Augen- oder Kieferbewegungen.

Es wird Ihnen nicht vorgeschrieben, was als „richtig“ gilt. Es geht in den Lektionen auch nicht darum, ein „Ziel“ zu erreichen, sondern um ein spielerisches Ausprobieren. Ihre Fähigkeit wird geschärft, Unterschiede wahrzunehmen und damit Möglichkeiten zu entdecken, die für Sie persönlich richtig sind, die sich richtig anfühlen.

Entspannung, das Gefühl für Zusammenhänge, Leichtigkeit , fliessende Bewegungen von Kopf bis Fuss entstehen und vermitteln ein Gefühl des Wohlbefindens.

Somatic Experiencing

Körperorientierte Traumaarbeit

Somatic Experiencing ist eine körperorientierte Traumaarbeit, entwickelt vom amerikanischen Biophysiker und Psychologen Dr. Peter Levin.

Er orientierte sich daran, wie Tiere in freier Wildbahn auf akute Lebensgefahr reagieren und die hohe, im Überlebenskampf mobilisierte Stressenergie wieder abbauen.

Menschen regieren in Bedrohungssituationen ebenso wie Tiere primär instinktiv. Dadurch wird das Nervensystem in Alarmbereitschaft versetzt, um zu kämpfen, zu fliehen oder zu erstarren (Totstellreflex), doch die Funktionsfähigkeit dieser instinktgesteuerten Systeme wird häufig durch den „rationalen“ Teil unseres Gehirns gehemmt und ausser Kraft gesetzt.

Ein Trauma entsteht also, wenn der natürliche Zyklus von Orientierung, Kampf, Flucht und Immobilitätsreaktion nicht vollständig durchlaufen werden kann oder gar nicht erst zustande kommt. Wie z.B. bei einem Unfall, Sturz, bei Operationen, beim Verlust eines nahen Menschen, bei Missbrauch oder wenn man Zeuge eines solchen Erlebens wird. Es bleibt ein Gefühl von Ohnmacht, Hilflosigkeit und Überwältigung zurück. Starke Energien werden gebunden, der Körper findet keinen Weg mehr aus dem Alarmzustand heraus.

Dies zeigt sich in vielfältigen Symptomen: Erschöpfung, Ängste bis hin zu Panikattacken, Depressionen, Schlafproblemen, Spannungsmustern, Kraftlosigkeit, Reizdarm, Wut etc..

Gelingt es, die gebundene Energie schrittweise abzubauen, die Reaktionszyklen zu vervollständigen, kann die traumatische Erfahrung gelöst werden. Wenn das geschieht zeigt es sich oft in Form von tiefen Atemzügen, Zittern, Schütteln oder Zucken.

Die Traumabegleitung erfolgt in sehr kleinen Schritten, das Trauma wird sorgfältig angegangen. Es geht nicht um Katharsis sondern einen behutsamen Abbau der hohen Energien. Damit der Organismus sich darauf einstellen kann, braucht es Zeit. Nur so ist die Arbeit auch nachhaltig und integrierend.

Ein sicherer Raum und Rahmen werden aufgebaut, Ressourcen gesucht und gepflegt (ich kann..!) , um die Gefühle, die bei der Annäherung an das Trauma hochkommen, aushalten zu können und mit den sich zeigenden körperlichen Symptomen, Gedanken, Bildern und Bewegungen mitgehen zu können (Fähigkeit zur Selbstregulierung).

Durch diese behutsame Zusammenarbeit kehrt die ursprüngliche Selbstregulierungsfähigkeit zurück und Lebensenergie, Vertrauen, Selbstzutrauen und Freude können sich wieder einstellen.